EthicMeat Bewegung

25
Aug
Ethisches essen mit Fleisch

4 min lesen & mehr über ethisches Essen wissen

In der aktuell geführten Diskussion um das Thema ethisch essen mit Fleisch, beschäftigen sich ganze Generationen mit den Auswirkungen des Fleischkonsums auf Mensch, Tier und Natur (1). Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich Ernährungsweisen wie der Vegetarismus und Veganismus. Auch neue Trends, wie die Paleo Ernährung oder die ethischen Omnivoren (Omnivore = Allesfresser) schaffen zunehmend den Sprung in das gesellschaftliche Leben.

Auch wenn essentielle Unterschiede in den Praktiken dieser Diäten bestehen, vereint sie ein gemeinsamer Gedanke: Eine gesündere und tierfreundlichere Ernährung in Zeiten der Massentierhaltung ist möglich. Dieser Artikel soll keine grundlegende Diskussion über den Fleischkonsum an sich beinhalten, sondern sich vielmehr mit der Frage beschäftigen, wie eine ethische Ernährung mit dem Konsum von Fleisch aussehen kann.

Bereits für unsere Vorfahren stellte der Konsum von Fleisch eine wichtige Energiequelle dar (2). Zuerst wurden Tiere gejagt, später mit dem Sesshaftwerden des Menschen domestiziert und im Verlauf der Massentierhaltung mit steigender Effizienz zur Schlachtreife gebracht (3). Oft wird der demografische Wandel oder der weltweit steigende Fleischkonsum pro Kopf als Ursache für eine ertragreiche Fleischproduktion angeführt. Dabei ist es empirisch nachgewiesen, dass der Deutsche im Durchschnitt fünfmal mehr Fleisch zu sich nimmt als von Wissenschaftlern empfohlen (4). Der durch die erhöhte Nachfrage entstehende Preisdruck verstärkt die Massentierhaltung. Um dieser Abwärtsspirale entgegenzuwirken, orientieren sich immer mehr Menschen an einem bewussten Fleischkonsum (5).

Mit dem Trend hin zu einem bewussten Fleischkonsum, hat auch die Politik auf die Konsequenzen der Massentierhaltung reagiert. Ein Ergebnis dieser veränderten Wahrnehmung sind beispielsweise die Einrichtung von Institutionen, die gewisse Standards in der Tierhaltung gewährleisten sollen. Dem Konsument wird damit die Chance gegeben, Produkte aus Massentierhaltung zu erkennen. In der Vergangenheit wurden jedoch oft Stimmen laut die behaupten, dass die Kriterien nicht streng genug sind und die Einhaltung in einigen Fällen umgangen wurde. So verwundert es nicht, dass das Vertrauen in Bio- sowie Verbandssiegeln in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken ist (6).

Für eine authentisch ethische Ernährung mit Fleisch werden daher zunächst einmal innovative und strenge Standards benötigt, welche sich tatsächlich am Tierwohl ausrichten. Die Diät der ethischen Omnivoren beispielsweise hat für sich eigene Kriterien der ethischen Tierhaltung und Verarbeitung von Fleisch definiert (7). Der folgende Kriterienkatalog erhebt zwar nicht den Anspruch vollständig zu sein, stellt jedoch eine Ausgangsbasis für eine ethische Ernährung mit Fleisch dar. Hierunter zählt unter anderem die Fütterung der Tiere mit natürlichen Produkten, welche auch in freier Wildbahn auf dem Speisezettel der Tiere stehen. Zudem wird in diesem Zusammenhang gefordert, dass dieses Futter lokal, pestizid- und herbizidfrei und nicht genmodifiziert angebaut wird. Dies hat den Vorteil, dass keine modifizierten Stoffe indirekt in den Kreislauf der Fleischproduktion gelangen (8). Nach ethischen Grundsätzen kann es demnach auch nicht natürlich sein, Antibiotika als Präventivmaßnahme für Krankheiten zu verwenden oder Tieren extern Hormone zuzuführen. Es wird daher auf jede Art von künstlich geschaffenen Zusatzstoffen verzichtet, auch in der Weiterverarbeitung des Fleisches.

Spricht man von einem ethischen Umgang mit Tieren müssen eine Anzahl weiterer Aspekte mit in die Betrachtung gezogen werden. Einer davon ist die Haltung. Es lässt sich nach ethischer Auffassung nicht vertreten, Tiere ausschließlich im Stall zu halten. Vielmehr wird eine Umgebung tatsächlich erst dann als ethisch tragbar angesehen, wenn die Tiere ihren natürlichen Trieben nachgehen können. Einige Farmer setzen sogar auf ganzheitliche Ansätze und verfolgen eine CO2-neutrale Aufzucht mit dem Ziel, die Umweltbelastung zu im Gesamten zu verringern. Das bedeutet u.a. den Strom aus regenerativen Energien zu beziehen oder die Aufforstung von Wäldern zu unterstützen (8).

Eine der wichtigsten Forderungen um seine Ernährung auf ethisches Fleisch beschränken zu können, ist die Nachvollziehbarkeit der Herkunft tierischer Produkte (9). Da an dieser Stelle bestehende Systeme der Fleischproduktion (Massentierhaltung) an ihre Grenzen stoßen, werden in Zukunft wohl vor allem kleine, lokale Bauern in der Lage sein ethisches Fleisch anzubieten. In den USA gehören «local farms» zu beliebten Ausflugszielen. Besucher haben die Chance sich ein eigenes Bild über Haltung und den Anbau der Tiernahrung zu verschaffen (10). In Zukunft werden weitere Geschäftsmodelle die ethische Ernährung mit Fleisch zum Inhalt haben und somit die Transparenz sowie Nachvollziehbarkeit von tierischen Produkten steigern.

Dieser Artikel erhebt nicht den Anspruch zu einer abschließenden Bewertung der ethischen Ernährung mit Fleisch zu gelangen. Viele Leser werden sich nicht damit zufriedengeben, dass Tiere überhaupt für ihre Bedürfnisse gehalten werden. Andere werden Argumente dafür finden, dass selbst bei einem Fleischverzicht ethisch nicht vertretbare Nahrung konsumiert wird. Dieser Artikel soll lediglich Denkanstöße geben, wie das eigene Verhalten eine ethische Tierhaltung vorantreiben kann und das der Zugang zu gesundem Fleisch im 21 Jahrhundert möglich ist.

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Einzelnachweise

(1) Ethisch essen mit Fleisch
(2)
Fleisch: wenig bringt viel!
(3) Fleischatlas 2015
(4) Mehr Gemüse, weniger Fleisch
(5) Flexitarier erobern Deutschland
(6) Wie Bio wirklich funktioniert
(7) Ethical Omnivorism
(8) Chiemsee Bauernhof
(9) Farm to Table
(10) Local Farming


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